
Die Christopher Street Days erinnern an den Aufstand in der Christopher Street im Jahr 1969 und stehen für die Rechte und die Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und queeren Menschen. Sie setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt und fordern Akzeptanz, Selbstbestimmung und gleiche Rechte in allen Lebensbereichen. Sie feiern Vielfalt und queeres Leben – und erinnern zugleich daran, dass diese Rechte erkämpft wurden und weiterhin verteidigt werden müssen. Sie schaffen Sichtbarkeit für die queere Community.
Wir waren sichtbar. Als Dachverband der deutschsprachigen schwulen Fetischclubs standen wir mitten auf dem CSD in Berlin – laut und fröhlich, bunt und friedlich. Wir haben gelacht und dabei unsere Botschaft in die Welt getragen: für das, wer wir sind, dafür, wie wir uns identifizieren, und dafür, wie wir leben und lieben.
Gestern Abend wurde dieser Tag von einer Amokfahrt zerrissen – nach aktuellem Kenntnisstand wurden dabei eine Person getötet und 16 teils schwerverletzt.
Wir sind erschüttert. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt den Angehörigen, den Freundinnen und Freunden der Opfer und allen Menschen, die von dieser unbegreiflichen Tat getroffen wurden.
Auf das Laute folgte Stille, auf die Freude Angst und Trauer, und was bunt war, verblasste im Dunkel. Wir waren friedlich – und bleiben es. Umso weniger dürfen unsere Botschaften im Lärm derer untergehen, die eine solche Tat ausnutzen und uns in ihren politischen Programmen teils offen verachten.
Dieser feige Angriff auf eine freie und offene Gesellschaft traf dieses Mal die queere Community, zu der auch wir gehören.
Wir werden aufstehen. Wir werden zu neuer Kraft finden. Und wir werden wieder sichtbar sein – lauter und bunter, weiterhin friedlich. Ohne Hass in unseren Herzen!
Daniel, Holger, Oliver
Vorstand LFC Leather & Fetish Community e.V.
